Die Pflicht ruft! Spätestens morgen, am 13. September 2022 kehrt auch in Bayern in diesem Jahr wieder für die allermeisten der Alltag zurück – für Groß und Klein, für Berufstätige und Schulkinder. Die Sommerferien enden, die Schule beginnt und passend dazu verabschiedet sich der Sommer und die Temperaturen sinken. Gerade für die berufstätigen Eltern heißt es aufs Neue Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Viele von Euch werden sich in den Ferien Gedanken gemacht haben, wie das Zusammenspiel sich optimieren lässt.

 

Nachdem die staatlichen Schulen größtenteils noch immer festhalten an einer Teilzeit-Betreuung, sind Eltern gezwungen, die Nachmittagsbetreuung out-zu-sourcen oder selbst zu gestalten. Erstaunlich, dass es hier nicht schon lange zu einem lauteren Aufschrei der Elternschaft kommt, die sich in den allermeisten Fällen eine sinnvolle Ganztagsbetreuung wünscht als Grundlage für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Als Working Mom zweier Teenager habe ich in den vergangenen 18 Jahren in meinem nächsten Umfeld diverse Betreuungsmodelle beobachtet und selbst praktiziert. Ich kenne sehr viele Eltern und insbesondere Mütter, die vom schlechten Gewissen geplagt sind, weder Job noch Familie in vollem Umfang  gerecht zu werden – und fast jeder/r von ihnen hat ein eigenes funktionierendes System mit Schule, Kindermädchen, privater oder öffentlicher Nachmittagsbetreuung, Großeltern oder Student:innen, die als Betreuung fungieren. Wer sich neben dem Eltern Sein auch eine Karriere wünscht, muss sich selbst kümmern, im Zweifel das eigens verdiente Geld investieren, um im Job weiterzukommen - dranzubleiben. Die Ganztagsbetreuungs-Plätze sind rar gesät und wenn man weder alleinerziehend ist, noch sonst ein Handicap vorweisen kann, hat man oft keine Chance.

 

Ich finde die öffentliche Diskussion um die geringe Frauenquote geradezu absurd, solange die Grundschulen regelmäßig um 12 Uhr die Tore schließen und wir Müttern eine „Herdprämie“ zahlen, die keinen Anreiz zur Arbeit bietet. Es mag sein, dass die Besserverdiener sich eine externe Betreuung leisten können, doch hier klafft die soziale Schere eben auch wieder auseinander. Familien mit geringem Einkommen können sich keine private Nachmittagsbetreuung leisten und so bleiben oft die Mütter bei den Kindern, setzen aus, nehmen Erziehungsurlaub, steigen später im Idealfall wieder halbtags ein und leiden im Alter unter einer mickrigen Rente. Das macht in meinen Augen alles überhaupt keinen Sinn. Diesen Fakten wird viel zu wenig Bedeutung zugemessen.

 

Der Fachkräftemangel und Arbeitnehmermarkt bietet nun möglicherweise neue Chancen für Teilzeit-Jobs, Job Sharing und Home Office Arbeit. Es tut sich was, das kann ich beobachten. Bei der #Mitarbeitergewinnung bewegen sich auch zunehmend die Arbeitgeber, indem sie beispielsweise Zuschüsse zur Kinderbetreuung bieten. Das ist großartig und ein richtiger Ansatz, den es weiterzuentwickeln gilt. Denn wenn wir auf die Bedürfnisse der arbeitswilligen Eltern eingehen, wird es uns gelingen, auch diejenigen zu rekrutieren, die gerne würden, aber nicht können.

 

All denjenigen, denen es gelingt, Beruf und Familie zu vereinbaren, wünsche ich an dieser Stelle ein gutes neues (Schul-)Jahr 2022. Lasst Euch nicht entmutigen! Der Grat ist schmal, aber machbar. Sucht Euch ein Umfeld, das Eure Lebenssituation unterstützt und versteht! Schafft Euch ein Netzwerk! Unterstützt Euch gegenseitig! Überlegt, was wichtig, dringend und entscheidend ist und setzt Euch mit Leidenschaft für Eure Ziele ein – in der Familie und im Beruf. Viel Erfolg in dieser herausfordernden Zeit und Situation!

 

 

PS: Ich unterstütze und fördere vor allem berufstätige Mütter mit meiner Dienstleistung beim Wiedereinstieg oder Jobwechsel. Talk to me: wood@kathrinwood.com

 

 

 

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